Wie Kolumbus ist der Künstler der Größe und den Gefahren des Ozeans ausgeliefert, nur der Horizont bietet Halt und Hoffnung. Himmel und Wasser, beide unendlich, berühren sich im Horizont, bilden die Scham des Begehrens, den Hort der Sehnsucht.
Die Topographie unserer Seele überträgt sich auf einen Raum ohne Zentralperspektive.
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"In direkter, fast nonchalanter Nähe mit dem räumlich Fernsten, gestikulativ in einer Arttotipotenten Form, wie sie in vergangenen Epochen sein inneres Geheimnis war, lebt, viel auf Reisen, das heutige ICH." Gottfried Benn
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Der Rekurs vom Sichtbaren auf das Sagbare könnte auch bedeuten, dass die Freiheit des Meeres allmählich verschwindet. Das Schiff, als konkreter wie metaphorischer Raum hört auf zu existieren, verbleibt ein nostalgischer Rastplatz, ein sentimentaler Un-Ort, in Zeiten, die scheinbar bewegt, merkwürdig still stehen.
Wie Kolumbus ist der Künstler der Größe und den Gefahren des Ozeans ausgeliefert, nur der Horizont bietet Halt und Hoffnung. Himmel und Wasser, beide unendlich, berühren sich im Horizont, bilden die Scham des Begehrens, den Hort der Sehnsucht.
Die Topographie unserer Seele überträgt sich auf einen Raum ohne Zentralperspektive.
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"In direkter, fast nonchalanter Nähe mit dem räumlich Fernsten, gestikulativ in einer Arttotipotenten Form, wie sie in vergangenen Epochen sein inneres Geheimnis war, lebt, viel auf Reisen, das heutige ICH." Gottfried Benn
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Der Rekurs vom Sichtbaren auf das Sagbare könnte auch bedeuten, dass die Freiheit des Meeres allmählich verschwindet. Das Schiff, als konkreter wie metaphorischer Raum hört auf zu existieren, verbleibt ein nostalgischer Rastplatz, ein sentimentaler Un-Ort, in Zeiten, die scheinbar bewegt, merkwürdig still stehen.
VERDUN . 2015
Zeichnung . 53 x 155 cm . courtesy Rinn Collection
VERDUN II . 2017
Zeichnung . 53 x 155 cm . courtesy Rinn Collection
PRESENTE . 2025
geblasenes Glas, Bleistift auf Papier unter Plexiglas . 40 x 174 x 4 cm
OMAHA BEACH . 2024
Acryl auf Glas . 60 x 188 cm
Existenz
Ich bin.
Und mein Sein ist ein Schwebezustand, gebunden an viel Glück im Unglück, generationenübergreifend.
Da ist mein Urgroßvater väterlicherseits, der von 1914 bis 1918 seine Jugend in den Schützengräben vor Verdun verbrachte. Die durchschnittliche Überlebensdauer eines einfachen Soldaten betrug dort kaum vierzehn Tage – er hielt vier Jahre durch. Halbwegs gesund kam er aus diesem Grauen zurück, abgesehen von einem Steckschuss kurz vor Kriegsende. Das Projektil blieb für den Rest seines Lebens in seinem Körper – eine stählerne Erinnerung an jene Zeit.
Im Schützengraben schnitzte er sich einen Spazierstock. Darauf stand schlicht: „+ Verdun 1914–18“. Dieser Stock war das Einzige, was ich haben wollte, als mein Urgroßvater nach einem erfüllten Leben starb. Ich war noch ein kleines Kind und hatte keine Vorstellung vom Großen Krieg, doch die eingravierten Worte „Verdun 1914–18“ hatten für mich eine magische Anziehungskraft.
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